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Heiligenhauser U
Dez 15th, 2010 by tmvp

Eines der Highlights der Heiligenhauser „Local Hero”-Woche:

Link-> Urban Heros

Doch nicht alleine die ausgestellte Kunst lässt die Augen so mancher Kulturschaffenden in der Stadt leuchten.
Auch der Ausstellungsraum, der alte Güterbahnhof, zeigt (endlich), dass die Verantwortlichen – ob bewusst oder nicht sei einmal dahin gestellt – die eigentliche und wahre Intention von RUHR.2010 ansatzweise verstanden oder zumindest im Ansatz umgesetzt haben.
Eine Neuinterpretation von „Industriebrachen” als „Industriekultur”.
„Strukturwandel”…
Dort, wo einst prosperierende (Schwer)Industrie ganze Regionen bestimmte, sind heute oft nur noch architektonische Skelette übrig, die dem Irrglauben des Menschen an eine gänzliche Wirtschaftsausrichtung mahnen.

Heiligenhauser USo eben auch der alte Güterbahnhof in Heiligenhaus.
Während das eigentliche Bahnhofsgebäude schon seit Jahren als Tempel genutzt wird, ist der Bereich östlich der Bahnhofstraße erst in diesem Jahr – oder zumindest seit der Realisierung der Entflechtungsstraße – verstärkt in den Fokus der Städteplaner gerückt.
Wie an anderer Stelle bereits ausführlich beschrieben, fristete das Bahnhofsviertel bisher eher ein Dornröschenschlaf.
Nun aber, als weiteres „Filetgrundstück” und „Aushängeschild” für all jene, die entlang der Entflechtungsstraße das Bahnhofsviertel als Vorposten der neu zu gestaltenden Bereiche der nördlichen Innenstadt (Kiekert-Areal, Hitzbleck, etc.) erleben werden, bekommt das Bahnhofsviertel eine ganz neue und ungemein wichtige Stellung.

Doch auch wenn es durchaus diverse Begehrlichkeiten – insbesondere in Bezug auf den Güterbahnhof – gibt, in nahezu allen Fällen fehl es an nötiger Finanzkraft zur nötigen Sanierung der Gebäude.
Ob und wie es mit dem Güterbahnhof nun weiter geht, wird man ja sehen.
Bis es zu einer wirtschaftlich nachhaltigen Nutzung überführt werden kann – sollte sich denn ein geeigneter Investor finden, der mehr zu Stande bringt, als Seifenblasen wie auf dem Rathausplatz, könnte seitens der Verwaltung ja überlegt werden, ob sich Events wie „Urban Heros” nicht doch wiederholt werden könnte.
Bedarf an Ausstellungsfläche ist gegeben. Es wäre durchaus kein Problem, das Gebäude mindestens einmal im Quartal mit hochwertigen Ausstellungen zu bespielen…

Daher als kleiner Denkanstoß die Fotomontage…

15 KunstKisten
Dez 13th, 2010 by tmvp

So wie das „Kulturhauptstadtjahr” in Heiligenhaus in dieser Woche zu seinem fulminanten Grande Finale ansetzt, ist es auch für Zweistromland an der Zeit zu resümieren.
Vor- und Zurückblickend…

Zurückblickend (sehr) aktuell auf die letzten Arbeitsschritte, um unsere „15 KunstKisten” zu schnüren.
Ein „Mäzenen-VeryRare-SpecialCollectorsEdition-Paket”, das speziell und exklusiv am Wochenende vom 18. bis zum 19.12. im „Weihnachtsdorf” in Heiligenhaus angeboten wird.

Ein Gesamtkunstwerk, dass direkt mehrere Ebenen offenbart.

Zunächst die „Verpackung”.
Kartonage.
4.000.000 mm³
Reduziert. Neutral.

Jeder Karton handbemalt mit einer Tuschezeichnung von ming.
Japantusche. Brilliantes tiefschwarz.

Menschen, Akte, Positionen…

Körper… Unikate…

Und dann deren „Inhalt

Je ein Exemplar aus mings Serie von Holztafeln.

Dreierlei Technik, dreierlei Material.
Geschnitzt, gepinselt, gespachtelt.

Und zweierlei KunstQuadrate.
2x 40 Seiten. In Kleinstauflage.

Zweistromland – eine Retrospektive auf die (Kunst-)Aktionen des Kunstquadrat-Projektes „Zweistromland”  im vergangenen Jahr.
und
Oushike-Epos
(Teil I+II)
– eine aufsehenerregende Übersetzung altsumerischer Texte.

Das Booklet „Zweistromland” gibt es  in einer limitierten Auflage von 50 Stück, so dass noch einige Exemplare einzeln angeboten werden können.
Das „Oushike-Epos” wird ausschließlich als Bestandteil der Box angeboten werden.

Achtung, jetzt kommt ein Karton!!!
Dez 12th, 2010 by tmvp

Nichtanalog zur Aktion „140 leere Reisekoffer für deutsche Weihnachtsmärkte
der SabotageAgentur plant das Team KunstQuadrat  für die heiße Endphase der
„Local Hero Woche”, dem „Weihnachtsdorf”, die Aktion „15 KunstKisten”.

Résumé prématurée
Nov 23rd, 2010 by tmvp

Kinder, wie die Zeit vergeht…
Sprichwort, Oma

Alles schaut hin und auf zu jenem Climax des Jahres, der Helden hervor bringen soll und wird.
Locale Helden
Hie und da träumt man schon von „Weihnachtsmärchen”.
Einige haben gar „Neun Tage volles Programm”.

Rauschend…
Ein überbordendes Fest der Kultur und -en. Eingebettet in die liebreizende Romantik eines Vorweihnachtsfestes.
Diese erstickende Süße der huldvollen Versöhnlichkeit weht wie Dickens’ Geister der vorherigen, gegenwärtigen und zukünftigen über und durch die nun zweiflankierte Lebensader Hauptstraße.

Geschmackvoll…
Was hinterlässt dieses Kaleidoskop der Eindrücke aus der Metropole, dem Moloch, dem Pott dort im Norden?
Mehr als den schalen Nachgeschmack einer Völlerei, die am Morgen danach außer Problemzonen mit Ernüchterung den Rausch des Vorabends erstickt?
Oder doch die Euphorie ob eines gefühlten neuen Weges in die Freiheit der utopischen Glückseeligkeit.

Nachhaltig
Was bleibt ist viel und nichts zugleich. Für jeden anders, verschieden und doch aus gleicher Quelle – dem ureigenen Er- und Empfinden.
Manchmal so bleibend gehend, dass alles verblasst…

Bereichernd
Prägend in vielerlei Hinsicht. Spuren hinterlassend.
Und doch voller verronnener Möglichkeiten.
Anspruch? Wirklichkeit? …Einsicht?

•••

Zweistromland blickt zurück. Und sieht nach Vorne.
50 Wochen. Gefühlte 50 Tage. Gelebte 50 Stunden.

Gelesene 40² Seiten*.

-> Retrospektive

*exclusive zur „Local Hero Woche” in Heiligenhaus produziert das kunstquadrat eine Kleinstauflage von 50 Exemplaren der Retrospoektive.

Bordsteinschwalben
Nov 11th, 2010 by tmvp

Eine liebevolle Hommage an das Bahnhofviertel der „neuen” Stadt Heiligenhaus.
Und eine lange überfällige Lobhudelei an die „Verwaltung” der Stadt.

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Vorbildlich konsequente Stadtentwicklung

Oushike-Epos: Zweite Tafel
Jun 16th, 2010 by ming

Als denn nun das große Fest des Anu beschlossen wurde
und Anus Banner über der Zikkurat wehte
begriffen die Bildschaffenden, Musiker und Handwerker
nach und nach ihre Möglichkeiten.

Ein so bedeutendes Fest und so Vieles war zu tun.
Die Menschen von Mus-é müssten sich doch schämen vor Anu.
So groß der Mangel an Bühnen und Terrassen,
es fehlten würdige Terrassen und Hallen.
Wo sind die hängenden Gärten der Stadt?
Verblasst war der Schmuck an den Tempeln und der Zikkurats.
Wer kannte noch die alten Gesänge an den Gott Anu?
Wer lehrte die Hymnen, die Lieder und Musik?
Wo konnten die Mysterien und Spiele zu Aufführung kommen?
Es mussten Terrassen und Bühnen errichtet werden,
die Stadt brauchte neue Strassen und Plätze.
Alte Häuser mussten renoviert und erneuert werden,
und die Alten und Würdigen brauchten neuen Wohnraum.

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Temporäre Räume
Jun 6th, 2010 by tmvp

Seit ca. 2004 arbeite ich verstärkt in den Bereichen Konzeptkunst und land-art.

Die Klammer über beide Teilbereiche bildet die Annahme „temporärer Räume“ und die Absicht, diese seh-, hör- oder fühlbar zu machen.

Ein temporärer Raum ist eine vorübergehende, zeitlich begrenzte Struktur. Sie entsteht aus dem Nichts heraus und bedient sich der im realen Raum befindlichen Wahrnehmungseckpunkte, um letztendlich wieder vollständig und rückstandsfrei zu verschwinden.

Ausnahmslos jeder reale Ort birgt temporäre Räume.

Meine Medien/Werkstoffe sind im Bereich der optischen Räume Elastomergarne, die in Form von Verspinnungen Zusammenhänge sichtbar machen, Raumschwerpunkte umdefinieren und in der Leere sichtbaren Raum vorübergehend entstehen lassen.

Als Steinbildhauerin, die ich ursprünglich vom harten und nachhaltigen Material komme, fasziniert mich heute das gegenteilige Arbeiten des Aufbauens mit vergleichsweise filigranen Medien.
Wiederum entsteht eine Skulptur, bisweilen von beträchtlicher Größe und Raumdominanz.
Anders als beim Stein, dessen Geschichte ihn per se auf Jahrtausende definiert, sind meine aktuellen Skulpturen für enge Zeitfenster konzipiert.

Mit ihrem Abbau bleibt maximal die fotografische Dokumentation, das Werk selbst löst sich auf…

Hua Tu
Jun 6th, 2010 by ming

In der gleichen Lautung heißt „Hua Tu“ im Chinesischen „ein Bild malen“ aber auch „mit Ton malen

Aber neben dem Wortspiel sind es verschiedene Aspekte, die Ming zu dieser Malaktion bewogen haben. Es ist eine Hommage an die Stadt Heiligenhaus mit seinen Menschen, die immer wieder beim beliebten Stadtfest zusammen kommen. Mit wenigen kräftigen Pinselzügen wurden die Begegnungen mit Stadtfestbesucher und Akteure mit einer weißen Tonschlämme direkt auf den Straßenbelag gemalt. Genauso spontan und flüchtig wie diese Begegnungen ist die Ausführung der Malereien. Die Haltbarkeit der Zeichnungen war auch eng begrenzt, 20 Tage, wenn das Wetter trocken gewesen wäre, in diesem Fall hatte ein kräftiger Regen schon für den Verfall der Arbeiten nach wenigen Stunden gesorgt. Dieser Umstand ist für diese Art von Malerei von großer Bedeutung. Zwei unterschiedliche temporäre Aspekte, die des Entstehend und die des Vergehens, wurden für den aufmerksamen Beobachter, der sich auf diese Kunstwerk einließ, sichtbar gemacht. Nichts ist ewig und alles hat einen Anfang und ein Ende. Malerei als temporär erfahrbarer Akt.

Für den Maler Ming stellte diese Malaktion eine große Herausforderung dar. Er stellte sich mit seiner Kunst fremden Menschen in den Weg und war in seinem Tun und dem Ergebnis immer angreifbar. In diesem Spannungsfeld entstand ein ganzes Panoptikum von Figuren, die auf dem Malgrund des Hauptstraße zwischen den Plätzen abzeichnete

Triptiqué
Mai 30th, 2010 by tmvp

Museumsnacht” – In Anlehnung der bereits seit Jahren erfolgreichen „Nacht der Museen” z.B. in Düsseldorf gab es am 28.Mai auch eine ähnliche Veranstaltung im Kreis Mettmann. Verschiedenste Museen des Kreises — unter anderen in Erkrath, Haan, Hilden, Mettmann, Velbert, Ratingen und eben auch in Heiligenhaus – beteiligten sich an dem „Event”.
Doch das Zweistromland ist eben nicht Düsseldorf oder mit anderen, vermeintlich kulturreichen Regionen zu vergleichen. Vor allem, was die Logistik des Transportes der potentiellen Besucher angeht. Wer es schaffte in den ca. 5 Stunden „Nachtprogramm” mit Bus und Bahn mehr als 2 Locations zu besuchen, muss irgendwie geschummelt haben.
Und auch die einzelnen angebote der beteiligten Museen waren dan doch… bemüht im besten Sinne. Wer aber wirkliche Innovation und Progressivität erwartete, war dann doch etwas endtäuscht.

Doch trotz all der Optimierungsmöglichkeiten, die ein solches Event im Nachhinein offenbart, waren die Akteure des Projektes „Zweistromland” so sehr von der Grundidee begeistert, dass sie es sich nicht haben nehmen lassen, ihren ganz eigenen Beitrag in dieser Nacht zu leisten.

Da das Projekt „Zweistromland” in seinem Ansatz die Idee vertritt, dass Kultur und Kunst nicht in Reservate wie Museen versteckt und eingesperrt gehört, nahmen wir dieses Datum zum Anlass, eben jene Idee einer institutionsunabhängigen Kunst in’s Herz der Stadt zu tragen.
Im Zentrum des „Sorgfaltraumes” zwischen den Kirchen entlang der Hauptstraße stehen sie auf dem kleinen Platz vor dem innenstadtdominierenden Sparkassengebäude, die drei „illuminierten Sitzgelegenheiten”.

Als sie vor etwa genau einem Jahr aufgestellt wurden, stießen sie unter weiten Teilen der Bevölkerung nicht gerade auf Begeisterung.
„Unsinnig”, „Hässlich”, „Zu Teuer” waren noch die harmlosesten Reaktionen.
Auch die vorsetzlichen Schikanen für gehbehinderte Mitbürger, die im Rahmen der „Neugestaltung” des Sparkassenvorplatzes einhergingen, war nicht unbedingt etwas, womit sich die Stadtplaner bei der Bevölkerung übermäßig beliebt machten.
Aber, gerade für die Heiligehauser Bevölkerung bezeichnend, akzeptierte man diese „Verschönerung” dann doch, oder verlieh der mangelnden Zustimmung zumindest wenig effektiven Nachdruck. Und so blieb es ein weiterer Beweis für jene, die „ihre” Stadt über die Köpfe der eigentlichen Besitzer – nämlich der Bürger selbst – planen und gestalten, dass sie eben doch schalten und walten können, wie es ihnen gefällt.
Nun sind diese Objekte Teil des Heiligenhauser Stadtbildes. Und es war an der Zeit, dies mit einer geeigneten Aktion zu dokumentieren.

Das Projekt „Zweistromland” ist – im Rahmen der RUHR.2010 in Heiligenhaus – angetreten, um Kunst und Kultur zurück zu den Menschen zu bringen. In Form von unangemeldeter, wilder und vermeintlich subversiver Aktionen im öffentlichen Raum.
Wir bringen Kunst wieder dorthin, wo sie hingehört — zu den Menschen!

Also machten wir uns daran, der bedeutungsleeren Trinität von Glaskuben, die außer ihrer vermeintlich ästhetisch ansprechenden Wirkung auf den Betrachter nicht viel zu sagen haben, einen erweiterte Bedeutungsebene zu verleihen.
Sowohl in der optischen Erscheinung als auch inhaltlich.

Visuell ist es eine Spielerei mit Licht & Schatten. Die abgeklebten Bereiche wirken – ähnlich einem klassischen Scherenschnitt – lichtschluckend, wodurch die aus sich selbst heraus leuchtende eigenschaft der Glaskuben auf eine neue Art und Weise genutzt wird als es bisher der Fall war. Denn bisher war die Illumination sinnentleert, da sie im Lichtsmog der anderen Lichtquellen auf diesem Platz völlig unterging. Aufgrund der Straßenlaternen war und ist eine weitere Beleuchtung nicht notwendig, und stellt im schlechtesten Fall nichts weiter dar, als eine Verschwendung der Ressource Energie.
So aber wird das Leuchten aus dem Inneren der Glaskuben zu einem Teil des Kunstwerks.

Das bedeutet, ihre eigentliche Faszination verbreiten die Kunstwerke erst nach einbruch der Dämmerung, wenn die Glaskuben – gekoppelt an die Straßenbeleuchtung – beginnen zu Leuchten. Vorausgesetzt, sie tun es auch, denn die Erfahrung zeigt, dass dies leider in den seltensten Fällen zutrifft! Ob nun in Hinblick auf die leeren Stadtsäckel hier an Energiekosten gespart wird ist eher unwahrscheinlich. Vielmehr handelt es sich dabei um nächlässige Pflege und Kontrolle des Systems!
Denn eigentlich sollten die Glasquader leuchten. Das sagten zumindest die Verantwortlichen in der Verwaltung der Stadt im Vorfeld zu…

Aber abgesehen von diesem optischen Spielereien geht es vielmehr um die „Dreieinigkeit” der Glasquader, die für so vieles stehen kann…

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Square to Square
Apr 27th, 2010 by ming

Eine Malaktion in und durch eine definierte Mitte der Stadt Heiligenhaus.

In dieser Aktion malte ming einfache Quadrate mit einer Schlämme aus feinem weißen Ton direkt auf die Straße, vom Kirchplatz ausgehend die Hauptstraße entlang bis zum Rathausplatz.
Dies geschah inmitten der Besucher des Frühlingsfestes, denen er sich bewusst mit dieser Aktion in den Weg stellte.
Die Straße als Malgrund entwickelt sich zu einem überdimensional großen Rollbild, wie es in der asiatischen Kunst häufig zu finden ist.

Diese scheinbar simple Malerei, die wieder mal die provozierende Frage „Ist dies denn Kunst?“ aufwirft, ist auf verschiedenen Bedeutungsebenen zu interpretieren:

  1. Betrachten wir zunächst die äußere Form der Arbeit. Eine Reihe von simplen weißen  Quadraten unterschiedlicher Formate verbinden zwei zentrale Plätze in Heiligenhaus. Dies entspricht in etwa dem „städtischen Sorgfaltsraum”, in dem sich weitgehend das geschäftliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben abspielt. Im Grunde genommen sind auch die Strecken zu dem beiden Kirchen zum Sorgfaltsraum zu zählen, aber das Fest dokumentierte mit „den Füßen der Besucher” den tatsächlich vom Bürger angenommenen Bereich vom Platz zu Platz.
  2. Die Quadrate sind nicht gleichförmig angeordnet, sondern reagieren in ihrer Clusterbildung auf die gegeben Situation der Straße. Auch wird das Format an einigen Stellen überschritten, wenn sich Quadrate auf den Gehsteig befinden, oder in Gullys verschwinden. Der aufmerksame Betrachter nimmt so eine subtile Rhythmisierung der Objekte in Bezug auf die Umgebung war. Dies entspricht durchaus dem Charakter asiatischer Rollbilder, die immer nur von Bereich zu Bereich betrachtet werden und so Abschnitt für Abschnitt eine Geschichte erzählen.
  3. Das Quadrat als einfaches Zeichen läst keinen Zweifel an der Gesamtheit des Kunstwerkes als eine Einheit aufkommen. Die Form an sich ist an Künstlichkeit kaum zu überbieten. Gleiche Seitenlänge und gleiche Winkel kommen natürlicherweise selten vor. Ecken und Kanten machen das Zeichen greifbar und angreifbar. Das Quadrat steht aber auch im Gegensatz zum Kreis, Symbol des unendlich Vollkommenen. In der ostasiatischen Symbolik steht das Quadrat als Zeichen des Erdverbundenen. Der Acker, in dem die chinesischen Kaiser die erste Ackerfurche des neuen Jahres zogen waren quadratisch als Gegensatz zum runden Himmelsaltar. Das Künstlernetzwerk, das sich Anfang des Jahres in Heiligenhaus gegründet hatte, steht im Zeichen des Quadrates. Mit dieser Aktion im Rahmen des Projektes „Zweistromland“ wurde ein deutlich unübersehbares Zeichen seiner Existenz gesetzt.
  4. Wichtig ist auch der temporäre Charakter dieser Malaktion. Zu einem die drei Stunden des Malens während des Festtages. Die Betrachter wurden unvermittelt mit dem Ausführenden konfrontiert. Hier kam die Kunst zum Menschen, der ihr nicht ausweichen konnte.
    Zum anderen hat diese Arbeit nur begrenzten Bestand. Die Tonschlämme wurde zunächst durch die Fußgänger und, in den folgenden Tage durch die Autos abgetragen. Nur ein Schatten wird noch einige Wochen später an die Malerei erinnern, bis auch dieser gänzlich verschwunden sein wird. Dieses „sich Auflösen” der Malerei ist so für den aufmerksamen Betrachter nachvollziehbar.

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